Oscar Health Update 1

Seit dem letzten Update hat sich das Bild bei Oscar Health geschärft, aber nicht unbedingt verbessert. Die Aktie steht weiter unter Druck, obwohl operativ nicht alles negativ läuft. Der Markt fokussiert sich klar auf wenige Punkte.


Was neu ist

Im dritten Quartal wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich um 23,2 %, die Mitgliederzahl stieg auf rund 2,1 Millionen Versicherte. Auf der Nachfrageseite gibt es also weiterhin Rückenwind, Oscar gewinnt Kunden im ACA-Marktplatz.


Gleichzeitig blieb die Profitabilität schwach. Der Net Loss lag bei 137,5 Mio. USD. Belastend wirkte vor allem die Medical Loss Ratio, die von 84,6 % auf 88,5 % anstieg. Zur Einordnung: Die MLR zeigt, wie viel der Prämieneinnahmen direkt für medizinische Leistungen ausgegeben wird. Der Anstieg bedeutet klaren Margendruck durch höhere Inanspruchnahme.


Warum der Markt nervös bleibt

Entscheidend ist weniger das Quartal selbst, sondern der Blick nach vorne. Oscar geht intern davon aus, dass der ACA-Markt ohne verlängerte Subventionen 2026 um 20–30 % schrumpfen könnte. Diese Unsicherheit hängt wie ein Schatten über der Aktie.

Oscar hat darauf reagiert:

  • Prämien wurden deutlich angehoben

  • neue Tarifmodelle sollen niedrigere Monatsbeiträge ermöglichen, bei höherer Eigenbeteiligung

  • Management betont, dass man dieses Szenario seit über einem Jahr einplant

 

Erste Signale aus der laufenden Einschreibungsphase sind besser als befürchtet, vor allem bei der Bindung bestehender Kunden. Das ist positiv, aber noch kein Beweis, dass der Plan aufgeht.


Bilanz & technische Faktoren

Oscar verfügt weiterhin über mehr als 1 Mrd. USD an überschüssigem Kapital. Gleichzeitig kam es zuletzt zu einer Umwandlung von Wandelanleihen in Aktien. Das senkt künftige Zinskosten, erhöht aber kurzfristig die Aktienanzahl – ein Faktor, der auf den Kurs drücken kann.


Aktuelle Einordnung

Charttechnisch hat sich das Bild verändert. Die aktuelle Abwärtsbewegung deuten wir als finale Welle C der übergeordneten Welle 2. Eine Trendwende erwarten wir im Bereich um 10,22 USD, was zugleich die nächste Einstiegszone für Oscar Health darstellt.

Mittelfristig bieten beide Szenarien ein hohes Upside-Potenzial, mit Kursen über 35 USD. Das deckt sich gut mit den Aussagen von Management und CEO, die 2026 als Jahr der ersten Profitabilität sehen. Der CEO geht zudem davon aus, 2027 nachhaltig hohe Earnings zu erreichen.

Mit einem erwarteten Free-Cashflow-Yield von rund 22 % bleibt die Aktie aus meiner Sicht attraktiv. Ich halte es für gut möglich, dass Oscar Health die Erwartungen der Wall Street deutlich übertrifft.

Bereits auf dem aktuellen Kursniveau ist das Chancen-Risiko-Verhältnis meiner Meinung nach attraktiv.