Celsius — Earnings-Schock, +16 %-Erholung: Der Boden ist fast drin
Charttechnik:
- Celsius ist am Earnings-Call stark gefallen — wir könnten hier noch einmal einen neuen Tiefstand sehen
- Der Anstieg um 16 % am letzten Tag ist aber ein sehr positives Signal, dass der Boden fast drin ist
- Realistisch ist, dass das alte Low der Welle a bei 21 Dollar noch einmal knapp unterboten wird — aber nicht um viel
- Aktuell eine sehr gute Einstiegschance für alle, die die Aktie langfristig ins Portfolio nehmen wollen — vorausgesetzt, Market Share wird zurückgewonnen und die Guidance erhöht
Die Q2-Zahlen vom 6. August erklären den Absturz: Der Umsatz stieg zwar 11 % auf rekordhohe 818 Mio. Dollar, verfehlte die Erwartungen aber um satte 68 Mio., das bereinigte EPS lag mit 0,36 Dollar klar unter den erwarteten 0,43. Der wunde Punkt ist die Kernmarke: Celsius selbst schrumpfte um 11,7 % — belastet durch Lagerabbau im Handel, höhere Promo-Ausgaben und Schwäche im Club-Kanal. Das Management dämpfte zusätzlich: Die Marke Celsius kehrt womöglich erst 2027 zum Wachstum zurück. Die Bruttomarge fiel im Jahresvergleich von 51,5 auf 48,1 % (Promo-Intensität, Aluminium-Inflation), hielt sich aber immerhin stabil gegenüber Q1 — das Margen-Bluten ist gestoppt, nicht mehr.
Was in der Panik untergeht: Alani Nu wächst 21 % und hat als zweite Marke des Hauses die Milliarde Retail-Umsatz geknackt, die Rockstar-Integration wurde in neun Monaten abgeschlossen, und das Portfolio hält 20,1 % Marktanteil — jeder fünfte in den USA verkaufte Energy-Drink kommt von Celsius Holdings. Dazu 631 Mio. Dollar Cash und 300 Mio. offene Buyback-Autorisierung, die das Management auf aktuellem Niveau nutzen will.
Und dann ist da die strukturelle These, die über Quartale hinausgeht: Die Gen Z etabliert gerade neue Konsum-Momente für Energy — nicht mehr nur der Gaming-Abend, sondern der Nachmittag, das Training, der Ersatz für den zweiten und dritten Kaffee. Energy wird zum Alltagsgetränk wie Kaffee, nur kalt und planbar dosiert. Und diese Generation will keine Zuckerbomben mit zweifelhaftem Image mehr, sondern zero sugar, funktionale Inhaltsstoffe, Marken mit Fitness-Identität. Genau dieses "Modern Energy"-Segment haben Celsius und Alani Nu praktisch definiert — Alani rekrutiert dabei eine Zielgruppe, die klassische Energy-Marken nie erreicht haben: junge Frauen. Wenn diese These trägt, ist der aktuelle Kurs eine Gelegenheit, keine Warnung.
Estée Lauder — Oberkante bestätigt, Welle 3 voraus
Charttechnik:
- Hat sich in unserer Zielzone sehr gut entwickelt und an der Oberkante der Welle-2-Zielzone erneut reagiert — für uns ein klares Zeichen, dass wir jetzt schnell in Welle 3 übergehen
- Ziel: mindestens 160 Dollar
- Das Durchqueren des 200er Moving Average wird die größte — aber auch einzige — Herausforderung
- Insgesamt ein relativ sicheres Play
Kering — bullische Woche, Gucci dreht
Charttechnik:
- Kering hat in unserer Zielzone sehr stark reagiert — mit einer sehr bullischen Woche
- In Welle 3 sind Kurse von 550 Euro erreichbar
- Der 200-Day-Moving-Average bleibt die relevante Resistenz — ist er durchbrochen, sehen wir keine Hürde mehr
Fundamental kam der Wendepunkt Ende Juli: Kering meldete das erste Wachstumsquartal seit drei Jahren (+2 %), die Aktie legte seit den Zahlen rund 10 % zu. Der Schlüssel ist Gucci — noch −2 %, aber nach −8 % im Q1 und −19 % im Gesamtjahr 2025 ist das eine dramatische Verbesserung. Genau die fundamentale Bestätigung, die unsere bullische Woche im Chart untermauert.
LVMH — kurzer Rücksetzer, dann Richtung Trendlinie
Charttechnik:
- LVMH hat unsere Zielzone verlassen, wurde am 50er Moving Average rejected und ist in die Zielzone zurückgekehrt
- Es sieht aber danach aus, als wären wir nur kurz zurückgekommen — jetzt auf dem Weg, mindestens die Trendlinie anzutesten
- Eventuell wird die Welle 4 endlich permanent beendet — dann sind in Welle 5 Kurse über 1.000 Euro möglich
Die Halbjahreszahlen vom 27. Juli liefern den fundamentalen Wendepunkt: LVMH ist mit +1 % organischem Wachstum zurück im positiven Bereich, nachdem der Iran-Krieg das erste Quartal massiv belastet hatte. Der ganze Luxussektor dreht synchron — Hermès +6,7 %, Kering positiv, Richemont stark. Bei −27 % YTD ist in der Aktie noch reichlich Skepsis eingepreist, während HSBC, UBS und RBC auf Kaufen stehen. Genau diese Lücke ist unser Setup.
Lululemon — 78,6er hat gehalten, aber kein Sprint
Charttechnik:
- Lululemon hat perfekt auf unsere Erwartung am 78,6er Fibonacci bei 110 Dollar reagiert — seitdem mit Volumenanstieg und bereits +20 %
- Ein guter Einstiegspunkt — aber der bärische Impuls ist nicht direkt vorbei
- Wahrscheinlicher ist erst einmal eine Seitwärtsbewegung, in der Investoren herausfinden, wie es mit der Aktie weitergeht
- Kein schlechter Einstieg — aber keine neuen Allzeithochs morgen erwarten
Nestlé — Welle b läuft, aber die Korrektur ist nicht vorbei
Charttechnik:
- Nestlé hat unsere Projektion gut begonnen und baut die Welle b aus — die allerdings auch vor unserer Zielzone enden kann, wenn das Momentum nicht stimmt
- Aktuell gehen wir noch von einem Anstieg über 100 CHF aus
- Langfristig ist die Korrektur nicht beendet: Wir erwarten noch einmal tiefere Kurse von mindestens 64,90 CHF, um die Welle 2 abzuschließen
Die Halbjahreszahlen vom 23. Juli bestätigen die Vorsicht: Die Aktie verlor fast 6 % an einem Tag — der Gewinn ging zurück, und die operative Marge wurde nur durch einen Pensions-Sondereffekt gestützt (ohne ihn wäre sie um 40 Basispunkte gefallen). Dazu ein vorsichtiger Ausblick für H2. Genau das strukturelle Bild, das unsere These von noch tieferen Kursen trägt.
Nike — die Ruhe vor dem letzten Abverkauf
Charttechnik:
- Nike bewegt sich weiter seitwärts bei erhöhtem Volumen — dass wenig passiert, ist ein gutes Zeichen, dass langsam der Boden drin sein sollte
- Für die finale Kapitulation erwarten wir noch einmal Kurse deutlich unter 40 Dollar, circa am 78,6er Fibonacci
- Danach rechnen wir nicht direkt mit steigenden Kursen: Investoren wollen erst die Guidance des Managements sehen, bevor es einen bullischen Anstieg gibt
- Trotzdem: eine sehr, sehr gute Kaufchance für Geduldige
Pernod Ricard — Boden gefunden, +25 % seit Einstieg
Charttechnik:
- Pernod hat in der Mitte unserer Zielzone einen Boden gefunden und den ersten positiven Impuls gezeigt
- Wir erwarten aber keine direkt steigenden Kurse, sondern erst eine Seitwärtsphase mit erhöhter Volatilität
- Trotzdem ein wunderbarer Einstieg — den wir genutzt haben und seitdem rund 25 % im Plus sind
- Das erhöhte Volumen gibt uns recht
Fazit
Der Konsumsektor sortiert sich neu — und fast überall zu unseren Gunsten. Kering und LVMH liefern mit der Luxus-Wende die stärkste Kombination aus Charttechnik und Fundamentaldaten. Estée Lauder ist das "sichere Play" mit klarem Ziel. Celsius bietet nach dem Earnings-Schock die spannendste Langfrist-Chance — wer an die Modern-Energy-These glaubt, bekommt sie gerade im Ausverkauf. Pernod zahlt bereits (+25 %), Lululemon hat geliefert, braucht aber Geduld. Und bei Nestlé und Nike warten wir diszipliniert auf die tieferen Zonen — beide Male gestützt von der Fundamentallage.