Investment Letter
In 60 Sekunden Aktien finden
Charttechnik, Bewertung und Momentum auf einen Blick.
Nicht jeder Wert in der Kaufzone wird auch gekauft. Ob und wann wir einen Trade eingehen, steht für jeden Wert im Blog Updates.
Methodik
So lesen wir die Tabelle
Drei Blickwinkel auf jeden Wert: Wo steht der Kurs im Chart, was kostet das Unternehmen, und läuft der Markt gerade in unsere Richtung. Keiner davon reicht allein.
Charttechnik
Kurs und Zonen
Hier steht, wo der Kurs relativ zu unseren Zonen liegt. Die Zonen kommen aus unserer Chartanalyse, nicht aus einer Formel.
- Kaufzone
- Der Bereich, in dem wir einen Einstieg für sinnvoll halten. Eine Zone statt ein Kurs, weil Korrekturen selten auf den Cent genau enden.
- Zielzone
- Der Bereich, in dem wir mit dem Ende der erwarteten Bewegung rechnen und Gewinne realisieren oder die Position neu bewerten. Bei Short-Ideen liegt sie unter der Kaufzone.
- Long / Short
- Steht am Ticker. Long: Kaufzone unter der Zielzone, wir setzen auf steigende Kurse. Short: umgekehrt.
- Status
- Der aktuelle Stand des Werts: Verrät auf einen Blick, wo er gerade steht und wie die Charttechnik einzuordnen ist – in der Kaufzone, darüber oder darunter, nahe am Ziel oder am Ziel angekommen. „Beobachtung“ heißt: noch keine Zone hinterlegt.
- 52-Wochen-Hoch
- Abstand des Kurses zum Jahreshoch. Kurse sind bis zu 20 Minuten verzögert.
Bewertung · Score 0–100 · nur Aktien
Was kostet das Unternehmen
Vier Kennzahlen, gewichtet zu einem Score. Ab 66 nennen wir eine Aktie günstig, unter 33 teuer. Ein KGV allein reicht nicht, weil jede Kennzahl blinde Flecken hat; vier Blickwinkel gleichen sie aus.
- Forward-KGV 30 %
- Kurs geteilt durch den erwarteten Gewinn der nächsten zwölf Monate. Blick nach vorn statt in den letzten Geschäftsbericht.
- EV/EBITDA 25 %
- Unternehmenswert inklusive Schulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis. Macht Firmen mit unterschiedlich viel Fremdkapital vergleichbar.
- FCF-Rendite 25 %
- Freier Cashflow im Verhältnis zum Börsenwert. Zeigt, wie viel Geld am Ende wirklich übrig bleibt, nicht nur der Buchgewinn.
- PEG 20 %
- KGV geteilt durch das erwartete Gewinnwachstum. Ein hohes KGV ist bei starkem Wachstum nicht automatisch teuer.
- Ausnahmen
- Banken und Versicherer bewerten wir über das Kurs-Buchwert-Verhältnis statt EV/EBITDA. Unternehmen ohne Gewinn bekommen nur das Kurs-Umsatz-Verhältnis und höchstens 66 Punkte. Zykliker wie Halbleiter, Öl oder Autos deckeln wir bei 70, weil ihr KGV am Hochpunkt des Zyklus trügerisch niedrig ist.
Momentum · Score 0–100
Läuft der Markt in unsere Richtung
Günstig allein reicht nicht. Der Score zeigt, ob der Markt beginnt, das auch zu sehen. Ab 66 stark, unter 33 schwach.
- 200-Tage-Linie 30 %
- Liegt der Kurs darüber, und steigt die Linie? Der einfachste Trendfilter, und einer der robustesten.
- 12 Monate relativ zum Benchmark 30 %
- Kursentwicklung der letzten zwölf Monate ohne den jüngsten Monat, verglichen mit dem passenden Index: S&P 500, DAX, KOSPI, Krypto gegen den Krypto-Markt, Edelmetalle gegen Gold. Der letzte Monat bleibt draußen, weil kurzfristige Ausschläge oft zurücklaufen.
- Gewinnrevisionen 90 Tage 25 %
- Haben Analysten ihre Gewinnschätzungen in den letzten drei Monaten angehoben oder gesenkt? Revisionen laufen dem Kurs häufig voraus. Nur bei Aktien.
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch 15 %
- Je näher am Hoch, desto intakter der Trend.
- Krypto, Edelmetalle, Neulinge
- Ohne Revisionen gewichten wir 40 / 40 / 20. Bei kurzer Kurshistorie, etwa nach einem Börsengang, entfällt der Vergleich mit dem Benchmark; der Hinweis steht unter dem Ticker.
Herkunft der Zonen
So entstehen Kauf- und Zielzonen
Die Zonen sind Handarbeit, kein Rechenergebnis. Grundlage ist unsere Chartanalyse: die übergeordnete Wellenstruktur nach Elliott und die dazugehörigen Fibonacci-Niveaus. Die Kaufzone ist der Bereich, in dem eine Korrektur nach unserer Zählung typischerweise ausläuft, meist dort, wo sich Fibonacci-Retracements mit früheren Unterstützungen überlagern. Die Zielzone ist der Bereich, in dem die anschließende Bewegung nach den Fibonacci-Projektionen ihr Ende findet.
Wir prüfen die Zonen regelmäßig und passen sie an, wenn sich das Chartbild ändert; jede Änderung steht im Blog Updates. Dass ein Wert in der Kaufzone steht, ist eine Beobachtung, keine Handlungsaufforderung. Ob und wann wir kaufen, hängt zusätzlich von Bewertung, Momentum und der fundamentalen These ab.