Höhere Inflation, Öl über 100 Dollar, eine Fed, die sich nicht festlegt: Für zinslose Metalle ist das gerade kein einfaches Umfeld. Trotzdem sehen wir bei Gold die Korrektur als abgeschlossen an. Silber dürfte dagegen noch einmal deutlich günstiger werden.
Gold: Die Welle 2 ist für uns durch
Charttechnik:
- Gold zeigt eine komplexe Struktur: ein erster bullischer Impuls, der aber wieder stark abverkauft wurde
- Der Kurs hat zweimal am 78,6er Fibonacci reagiert
- Für uns heißt das: Die Welle 2 ist ausgebaut, im nächsten Impuls sehen wir wieder steigende Kurse
Den Anstoß könnte die Fed liefern. Am 27. und 28. Oktober tagt sie, und eine klare Ansage von Fed-Chef Kevin Warsh, dass in diesem Jahr keine Erhöhung mehr kommt, wäre genau der Rückenwind, den Gold braucht. Schon ein klarer Ausblick würde reichen. Bisher hält sich Warsh bewusst bedeckt und will keiner Sitzung vorgreifen. Für Oktober rechnet der Markt überwiegend mit einer Pause, eine weitere Erhöhung bis Dezember gilt aber als wahrscheinlich. Mit gut 4.150 Dollar hält sich Gold in diesem Umfeld bemerkenswert stabil, und das sagt einiges über die Nachfrage darunter.
Silber: Hartnäckig an den Juli-Tiefs, wir erwarten unter 50 Dollar
Charttechnik:
- Silber ist hartnäckiger als Gold und steht fast wieder an den Tiefs aus dem Juli
- Diese wurden bisher nicht unterschritten, der Kurs scheint dort Halt gefunden zu haben
- Nach einem Ausbruch sieht es aktuell aber nicht aus
- Wir gehen weiter davon aus, dass sich die Welle 2 ausbaut und wir Kurse unter 50 Dollar sehen, für uns eine grandiose Nachkaufmöglichkeit
Silber notiert aktuell um die 57 Dollar und hat in der Zinsdebatte der letzten Tage klar schlechter abgeschnitten als Gold. Das ist typisch: Silber hängt stärker an der Konjunktur und reagiert heftiger auf jede Zinsangst. An der langfristigen Geschichte ändert das nichts. Solar, Elektrifizierung und Rechenzentren ziehen an einem Markt, der seit Jahren mehr verbraucht, als gefördert wird. Genau deshalb würden wir uns über Kurse unter 50 freuen.
Kupfer: Solider Trend, kurz Luft holen, dann Richtung 9 Dollar
Charttechnik:
- Kupfer bleibt in einer soliden Aufwärtsbewegung, die allerdings langsam an Puste verliert
- Eine kurze Zwischenkorrektur können wir uns gut vorstellen
- Langfristig geht es für uns definitiv in die Zielzone der Welle 3, mit einem möglichen Ende der Welle 3 bei ca. 9 Dollar
Das Rekordhoch lag am 22. September bei 6,83 Dollar je Pfund, aktuell stehen wir rund fünf Prozent tiefer bei etwa 6,50. Kurzfristig bremsen zwei Dinge. Zum einen ist noch offen, ob die USA ab Januar 2027 einen Zoll auf raffiniertes Kupfer erheben (im Gespräch sind 15 Prozent). Zum anderen liegen in den US-Lagern inzwischen über eine Million Tonnen, weil Händler das Metall vor dem Zoll ins Land geholt haben. Langfristig zählt aber die andere Seite: Stromnetze, Rechenzentren und E-Mobilität brauchen Kupfer in Mengen, mit denen die Minen nicht hinterherkommen. Eine Zwischenkorrektur wäre für uns also eher Gelegenheit als Warnsignal.
Fazit
Gold hat die Welle 2 für uns abgeschlossen, und die Fed-Sitzung Ende Oktober könnte den nächsten Impuls auslösen. Silber braucht noch einen letzten Rutsch, unter 50 Dollar wird es für uns richtig interessant. Kupfer bleibt der stabile Trend in der Gruppe: kurz Luft holen, dann weiter Richtung 9 Dollar.