Ausgabe sieben unseres Software-Updates kommt mit Zuwachs: Oracle ist ab heute neu in der Coverage — ausgerechnet jetzt, wo die Aktie den tiefsten Fall ihrer jüngeren Geschichte hinlegt. Warum genau das der Grund für die Aufnahme ist, steht unten. Vorher der Blick auf die vier Bekannten, bei denen sich zwei Einstiege gerade auszahlen.
Meta — das erste bullische Signal ist da
Charttechnik:
- Meta hat mehrfach in unserer Zielzone reagiert — und wir hatten klar gesagt: Hier lohnt sich der Einstieg
- Jetzt kommt das erste bullische Signal: Die interne Welle 3 der übergeordneten Welle III hat begonnen
- Das Ziel dieser ersten Expansion liegt oberhalb von 800 Dollar
Dazu passt eine Personalie, die letzte Woche den halben Softwaresektor durchgeschüttelt hat: Meta hat MongoDB-Chef CJ Desai als Chief Enterprise Platform Officer verpflichtet. Der Markt hat sofort verstanden, was das bedeutet — Meta schickt sich an, mit seiner KI ins Enterprise-Geschäft vorzustoßen, also dorthin, wo bisher ServiceNow, Salesforce und Co. unter sich waren. Für die Softwarebranche eine Drohung, für Meta-Aktionäre ein komplett neuer Markt obendrauf. Die Capex-Sorgen vom Sommer sind damit nicht weg, aber sie bekommen ein Gegengewicht: Wer so einstellt, baut keinen Kostenblock, sondern eine Umsatzquelle.
Microsoft — der Impuls über die rote Linie steht
Charttechnik:
- Auch Microsoft hat mehrfach in unserer Zielzone reagiert und von dort den ersten bullischen Impuls ausgebaut — sauber über den 200-Day-Moving-Average gelaufen
- Für uns ist das Bild damit klar: neue Allzeithochs, Kurse von mindestens 600 Dollar
Fundamental hat sich am Bild vom Sommer nichts geändert — Azure über 100 Milliarden Jahresumsatz, die Auftragsbücher voll, die OpenAI-Abhängigkeit kleiner als gedacht. Der Unterschied ist: Damals war das die These am Welle-4-Boden, heute ist es der bestätigte Trend. Wer den Einstieg verpasst hat, bekommt ihn nicht mehr zu den alten Kursen — aber die 600 sind noch ein gutes Stück Weg.
Palantir — unsere bärische Deutung bekommt Gegenwind
Charttechnik:
- Wir gehen weiterhin von einem bärischen Abverkauf aus: Die bisherige a-b-c-Korrektur reichte nur bis zum 50er Retracement — für eine Welle 2 möglich, aber typischerweise läuft sie eher bis zum 61,8er Fibonacci bei 79 Dollar
- Aktuell stecken wir im Bereich der Welle b — so kann man es definitiv noch deuten
- Ehrlich ist aber auch: Mit jedem weiteren Anstieg wird unsere Annahme unwahrscheinlicher — ein neuer impulsiver Anstieg ist möglich
Und der Markt arbeitet gerade gegen uns: Die Aktie hat Anfang Oktober ein neues Sechsmonatshoch markiert, der frische Armada-Deal für abgeschottete, souveräne KI-Infrastruktur liefert die nächste Wachstumsschiene im Regierungsgeschäft, und UBS nennt Palantir inzwischen sogar günstig im Vergleich zur Software-Peergroup — ein Satz, den man bei dieser Aktie Jahre nicht gehört hat. Wir bleiben bei unserer Zählung, solange sie gültig ist, aber wir kleben nicht an ihr: Überschreitet der Kurs die relevanten Marken, akzeptieren wir den Impuls und handeln entsprechend. Die 79 Dollar bleiben bis dahin das Szenario, auf das wir keine neuen Positionen aufbauen würden — aber eben auch keines mehr, auf das wir wetten.
🆕 Oracle — Neuzugang: Wir wollen den Absturz kaufen, aber tiefer
Charttechnik:
- Oracle hat stark negatives Momentum: In der Welle 4 scheiterte die Aktie am 200-Day-Moving-Average und ist seitdem zurück im Abverkaufsmodus
- Gerade gab es eine Reaktion am 61,8er Fibonacci — die uns aber nicht umstimmt
- Wir erwarten den finalen Bruch des Supports bei 120 Dollar und dann Kurse unter 100 Dollar
- Dort beendet die Aktie die Welle 2 — und bietet eine sehr gute Einstiegschance
Warum nehmen wir eine Aktie auf, die 57 Prozent unter ihrem Hoch notiert? Genau deshalb. Oracle ist die Geschichte des Jahres im Softwaresektor — nur eben als Warnung: Der Konzern wollte der Vermieter der KI-Revolution werden und hat sich dafür eine Bilanz gebaut, die der Markt gerade bestraft. Die Fakten: 55,7 Milliarden Dollar Investitionen im letzten Geschäftsjahr, der freie Cashflow bei minus 23,7 Milliarden, S&P hat die Bonität auf BBB− gesenkt — eine Stufe über Ramsch —, und eine angekündigte Aktienemission über 20 Milliarden verwässert die Altaktionäre. Dazu das Klumpenrisiko: Ein gewaltiger Teil des 638-Milliarden-Auftragsbestands hängt an OpenAI, dessen Börsengang sich verzögert und dessen Finanzchefin intern bereits vor Engpässen gewarnt hat. Zuletzt kamen auch noch Verzögerungen beim Rechenzentrumsbau dazu, weil schlicht der Strom fehlt.
Und trotzdem — oder gerade deswegen — gehört Oracle jetzt auf den Radar: Das operative Geschäft wächst dreistellig (Cloud-Infrastruktur zuletzt +93 Prozent), die Nachfrage ist real, und die Bewertung ist mit einem Forward-KGV um 15 auf Value-Niveau zusammengestaucht, während das Unternehmen wie eine Cloud-Plattform wächst. Das ist die Sorte Dislokation, aus der die besten Einstiege entstehen — wenn man den richtigen Preis abwartet. Unserer liegt unter 100 Dollar. Bis dahin: beobachten, nicht anfassen.
ServiceNow — der Einstieg zahlt, die 200 bleiben das Ziel
Charttechnik:
- ServiceNow hat sich nach unserem Einstieg sehr gut entwickelt und im ersten bullischen Impuls bereits die Welle 4 ausgebildet
- Übergeordnet sollten wir in der Welle 3 jetzt Kurse von circa 200 Dollar erreichen
Den jüngsten Dämpfer muss man einordnen: Die Aktie verlor binnen einer Woche gut 7 Prozent — nicht wegen eigener Probleme, sondern wegen genau der Meta-Personalie von oben. Der Markt preist die Angst, dass Meta mit Desai ins Enterprise-Software-Geschäft einbricht. Kann man ernst nehmen, nur: Metas Enterprise-Ambitionen sind ein Projekt von Jahren, ServiceNows KI-Verträge (über eine Milliarde Dollar Vertragsvolumen, Agent-Deployments verneunfacht) sind heute unterschrieben. Solche Sentiment-Rücksetzer in intakten Strukturen sind Kaufkurse, keine Warnsignale — die Welle 4 bekommt dadurch nur ihre Form.
Fazit
Zwei Einstiege liefern (Meta mit dem ersten Welle-3-Signal Richtung 800, ServiceNow trotz Meta-Störfeuer auf Kurs 200), Microsoft hat den Boden bestätigt und marschiert Richtung 600. Bei Palantir sind wir ehrlich: Unsere bärische Zählung lebt noch, aber sie verliert mit jedem Hoch an Wahrscheinlichkeit — wir handeln die Marken, nicht das Ego. Und der Neuzugang Oracle zeigt, wofür es dieses Update gibt: Der Markt exekutiert gerade eine der größten Software-Geschichten des Jahres, und wir wollen nicht die fallenden Messer fangen, sondern den Boden der Welle 2 unter 100 Dollar. Der Preis entscheidet, nicht die Schlagzeile.